Männer auf Touren

 
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Sonntag 3. Juli 2022

Krummbachstein
Kaiserbrunn - Brettschachersteig - Brandsteig - Krummbachsattel - Krummbachstein - Knofeleben - Eng - Payerbach

  Frankie, Georg, Igo, Paolo und Rüdiger reisten mit dem Zug nach Payerbach an, Michael und Pepi kamen mit dem Auto. Gemeinsam ging es weiter mit dem Bus nach Kaiserbrunn (526m), Ankunft etwa 9 Uhr. Paolo gönnte sich einen Coffee-to-Go, dann erfolgte der Aufbruch auf der Forststraße in das Krummbachtal. Für den Aufstieg standen vier Varianten zur Wahl, nämlich Miesleitensteig, Brettschachersteig, Krummbachgraben oder Kuhsteig. Da der Krummbachgraben 2018 von einem Unwetter ziemlich verwüstet und mit Totholz gefüllt wurde, schien er zu riskant. Der Kuhsteig war schon auf der Karte nicht als durchgehender Weg vorhanden und deshalb suspekt. Der offizielle Weg, der Miesleitensteig, bot zu wenig Abenteuerfaktor. Somit fiel die Wahl auf den Brettschachersteig.

Der dezent mit einem Steinmännchen markierte Aufstieg wurde gefunden und es ging gleich steil bergauf. Der alte Jagdsteig führt schön zwischen steilen Felsen hindurch und ist angenehm zu gehen. Ein Fußpfad ist meistens gut erkennbar und wenn nicht, lässt sich der Steig mit etwas Aufmerksamkeit bald wieder finden. Auch die Abzweigung zum Brandsteig wurde nicht übersehen und es ging nun in nordöstliche Richtung. Gelegentliche weiße oder rote Farbpunkte an Bäumen erleichterten die Orientierung. Beim Erreichen einer Zwischenhöhe (ca. 1000m) wurde eine halbstündige Pause im Wald eingelegt. Ein gefallener Baumstamm bot sich als Sitzplatz an. Einziger Minuspunkt war, dass Gelsen unterwegs waren, die sich die süßesten Kerle in der Reihe aussuchten.

Der Weg führte nun leicht absteigend an den Rand des Krummbachgrabens heran und über einen Schotterhang aufsteigend zur ehemaligen Schlossalm zwischen dem Krummbachstein und den Salzriegelwänden des Schneebergs, wo gerade eine Gämse den Hang querte. Der weitere Aufstieg war nun nicht mehr steil, aber abenteuerlich, denn es wechselten sich Schotterflächen, die ein Teilnehmer angesichts der mittaglichen Sonnenhitze mit einer Wüste verglich, mit üppigen Biotopen ab, die sich in den Feuchtwiesen entlang des Krummbachs gebildet hatten. Dabei wurde vermutlich eine Abzweigung des Wegs verpasst, die oberhalb des Grabens im Hang verlaufen wäre. Stattdessen kämpften sich die Männer auf Touren im Talgrund durch brusthohe Vegetation, die es völlig unmöglich machte zu sehen, welche Löcher, Baumstämme, Felsbrocken oder sonstige Stolperfallen der Untergrund bereithielt, und die außerdem zu 5-10% aus Brennesseln bestand. Die Langhosenträger waren hier im Vorteil, den Kurzhosenträgern blieb das Kribbeln bis zum Abend erhalten.

Um 13:10 war der Krummbachsattel (1333m) erreicht, wo 15 Minuten Pause eingelegt wurden. Von hier aus hätte man auch auf den Schneeberg gehen können, aber der Krummbachstein war schon Herausforderung genug. Wenigstens gab es nun wieder markierte Wanderwege und keinen Dschungel mehr. Um 14 Uhr erreichten die ersten den Krummbachstein (1602m). Das Wetter war phantastisch, kaum ein Wölkchen am Himmel und für einen Sommertag gute Fernsicht. Man sah also nicht nur den nahen Schneeberg und die Rax, sondern bis zum Ötscher. Am Gipfel wurde eine gute halbe Stunde Rast gehalten, es gab ein Gruppenfoto und Plaudereien mit anderen Wanderern.

Am netten Schiblsteig erfolgte der Abstieg zum Naturfreundehaus Knofeleben (1250m), das zwischen 15:15 und 15:30 erreicht wurde. Das Haus hinterließ einen sehr guten Eindruck, denn Bedienung und Küche waren unglaublich flott, das Essen schmeckte vorzüglich und war liebevoll zubereitet. Paolo verabschiedete sich vorzeitig, da er so schnell wie möglich nach Wien wollte, die anderen nahmen um 16:50 den schönen Abstieg durch die Eng in Angriff und erreichten den Bahnhof Payerbach um 18:45. Michael und Pepi gingen zu ihren Autos, die anderen nahmen den REX um 18:54.

Alles in allem war es eine sehr abwechslungsreiche Tour mit Wald, Felsen, Schotterwüsten, Dschungel, Bächen, Wiesen, Gipfeln und Schluchten bei sommerlichem Traumwetter. Besondere Anerkennung verdient Rüdiger, der als Wien-Tourist durch Kontakt zu Igo eher zufällig zur Gruppe gestoßen ist und die Tour mit Straßenschuhen ohne Jammern und ohne Probleme mit flottem Tempo durchgezogen hat. Streckenlänge 17 Kilometer, 1150 Höhenmeter, knapp 7 Stunden Gehzeit.

 

Weitere Tourenberichte und Bilder können über die Chronik aufgerufen werden.

 

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